• Christina Lerner

Zahnpflege und Zahnbehandlung beim Hund

Aktualisiert: 12. Dez 2019


Das leidige Thema mit den Zähnen – wie oft muss mein Hund zum Zahn-Tierarzt?

Wie bei uns auch, sollten die Zähne unserer Hunde mindestens 1x jährlich vom Tierarzt kontrolliert, behandelt und gereinigt werden. Dabei neigen bestimmte Hunderassen – v.a. die kleineren Rassen wie Zwergpudel und Pekinese – häufiger zu Zahnfleisch-Entzündung (Gingivitis) und müssen daher mehrmals pro Jahr zum (Hunde-) Zahnarzt bzw. zu einem Tierheilpraktiker. Bei Welpen sollte man das Wachstum der Zähne und des Kiefers mit einem halben Jahr kontrollieren lassen, um frühzeitig Anomalien erkennen und eventuelle Fehlstellungen des Gebisses korrigieren zu können.

Zahnprobleme beim Hund

Welche Zahnpropleme können auftreten?

Unsere Hunde können die gleichen Zahnprobleme bekommen wie wir Menschen auch und diese Probleme sind häufiger als man denkt. Von Zahnstein bis Karies ist alles dabei.

Das erste Problem ist der Zahnbelag (Plaque) der sich auf der Zahnoberfläche bildet. Dieser Belag entsteht durch Futterreste, Bakterien im Maul und auch den Proteinen im Hunde-Speichel. Plaques können vom Tierheilpraktiker oder Tierarzt noch recht einfach mechanisch entfernt werden. Verhärtet sich dieser Plaque wird die Zahnoberfläche rauer und noch mehr Futterreste können hängen bleiben. So können sich die Bakterien im Hundemaul fröhlich vermehren, da natürlich genug Nahrung in Form von Belag und Futterresten vorhanden ist. Schnell stellt sich ein übler Mundgeruch bei unseren Vierbeinern ein. Und so nimmt das Übel seinen Lauf – durch die massive Vermehrung der Bakterien kommt es zu einer Zahnfleischentzündung. Wird sie nicht behandelt, geht das Zahnfleisch immer mehr zurück, bildet Taschen, in denen sich wieder Futterreste und damit Nahrung für die Bakterien sammeln können. Bis dann die Zahnwurzel frei liegt – wie schmerzhaft das sein kann, wissen viele Hundebesitzer selbst. Kauprobleme, eine schlechtere Futteraufnahme und Verdauungsstörungen sind dann die Folge. Im schlimmsten Fall kann der Kieferknochen befallen sein. Dann bleibt nur noch ein Ausweg – der Tierarzt muss den Zahn ziehen. Da sich die Bakterien auch in den Zahnfleischtaschen vermehren, gelangen sie leicht ins Blut und über den Blutstrom in andere Körperregionen und können dann dort zu weiteren Erkrankungen führen. Beispielsweise kann das Herz, die Nieren, die Haut und sogar Gelenke betroffen sein. Bei Hunden kommt Karies selten vor, was aber nicht heißt, dass Hunde gänzlich davor gefeit sind. Hauptursache für Karies bei Mensch und Tier ist der Zucker in unserer täglichen Ernährung und der unserer Vierbeiner – daher beim Hund vollkommen tabu: zuckerhaltiges und kohlenhydrathaltiges Futter, Leckerlies o.ä. Karies kann aber auch auf Zahnschmelzverletzungen, v.a. auf der Kaufläche, durch Plaque entstehen. Die Folgen sind Zahnfach-, Zahnwurzelentzündungen und Osteomyelitis (Entzündung des Kieferknochens).


Eindeutige Anzeichen für ein Zahnproblem?

Eine Maulkontrolle sollte täglich auf der Agenda stehen. Haben sich bereits gelblich-braune Beläge gebildet, spricht man bereits von Plaques. Ein stark gerötetes Zahnfleisch, als auch ein modriger Geruch aus dem Hundemaul, sind eindeutige Anzeichen. Hier sollte auf jeden Fall ein Tierheilpraktiker oder Tierarzt aufgesucht werden. Weitere Anzeichen, die einen Besuch beim Tierheilpraktiker oder Tierarzt unumgänglich machen sind Zahnfleischblutungen, ein vermehrter Speichelfluss, ein häufiges Reiben und Kratzen der Schnauze oder auch ein Schiefhalten des Kopfes können Anzeichen für Zahnprobleme sein. Natürlich zählt auch ein verändertes Fressverhalten dazu, allerdings sind unsere Vierbeiner meist so verfressen, dass sie ihr Futter lieber im Ganzen runterschlucken und so das schmerzhafte Kauen vermeiden, bevor sie es stehen lassen.

Zahnhygiene beim Hund

Vorbeugung – Die Tägliche Zahnhygiene

Zur Vorbeugung sollten die Zähne unserer Hunde täglich gereinigt werden, um den Zahnbelag und Futterreste zu entfernen und so den Bakterien die Grundlage ihrer Vermehrung zu nehmen. Am besten schon den Hund im Welpenalter ans Zähneputzen gewöhnen – für die tägliche Putzaktion gibt es spezielle Hundezahnbürsten und Zahnpasta.

Hier findet ihr eine tolle und ausführliche Zahnputz-Anleitung mit Bildern: http://www.initiativezahngesundheit.de/fileadmin/content/Hundezaehne/Vorsorge/online-160217_001_IZG_2016_ZPA_A5_Hund_print.pdf

Alternativ kann man über die Nahrung eine natürliche Reinigung des Hundegebisses unterstützen. Beispielsweise Kaustreifen und -Sticks entfernen den weicheren Zahnbelag, sie sollten zusätzlich Enzyme enthalten, welche die Reinigung unterstützen. Wichtig hierbei ist die Qualität der Kaustreifen, z.B. bei der Firma VetConcept gibt es eine große Auswahl. Bei Maul- und Zahnhygieneprodukte sollten Sie unbedingt auf das VOHC Siegel achten oder am besten beim Tierheilpraktiker oder Tierarzt nachfragen. Knochen sind absolut tabu – sie können das Zahnfleisch und die Zahnoberfläche Ihres Hundes massiv verletzen bzw. beschädigen.


Das richtige Spielzeug für ein gesundes Hundegebiss 


Das richtige Spielzeug für das Hundegebiss









Hier ein paar Beispiele: https://www.tiierisch.de/produkt/hundeball-zahnpflege-dentafun-spielzeug KONG aus Naturkautschuk und in verschiedenen Größen: http://www.zooplus.de/shop/hunde/hundespielzeug/kong/kong/135969

Tennisbälle sind überhaupt nicht geeignet – der Tennisball saugt sich leicht mit Speichel und Dreck voll und ist somit ein toller Nährboden für Bakterien. Zudem ist in Tennisbällen Glaswolle, die ganz schnell zu Verletzungen des Zahnfleischs führen kann und auf der Zahnoberfläche wie ein Reibeisen wirkt.


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